Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit wende ich mich im Namen der Staßfurt Pahans an euch, um sachliche, konstruktive, aber auch bewusst direkte Kritik am Projekt Nova Legacy zu äußern.
Ich persönlich bin damals durch Helmut auf das Projekt aufmerksam geworden und habe mich ziemlich schnell wohlgefühlt. Gerade am Anfang hat sich Swiper viel Zeit für mich genommen, mir einiges erklärt und mich unterstützt, da ich von MTA zu SA:MP gewechselt bin und entsprechend vieles neu für mich war.
Zu Beginn war ich wirklich begeistert. Die Admins haben sich Zeit für die Spieler genommen, man konnte miteinander Spaß haben und allgemein herrschte eine angenehme Community – egal ob im TeamSpeak, im Forum oder InGame.
Mit der Zeit hat sich das allerdings verändert.
Es entstanden Unstimmigkeiten, die Motivation innerhalb der Community nahm ab und natürlich verschwand irgendwann auch der anfängliche Hype.
Dass dieser Hype irgendwann nachlässt, ist vollkommen normal. Wir sind alle älter geworden. Die einen haben Familie und Arbeit, andere einen neuen Freundeskreis, neue Hobbys oder schlicht andere Verpflichtungen.
Die Zeiten, in denen ein Großteil der Spieler täglich fünf bis acht Stunden auf einem SA:MP Server verbringt, sind einfach vorbei.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen und Spieler, die deutlich mehr Freizeit haben als andere. Das ändert aber nichts daran, dass man einen Server heutzutage meiner Meinung nach anders aufbauen muss als noch vor vielen Jahren. Spieler müssen auch bei weniger verfügbarer Freizeit genügend Abwechslung und Motivation bekommen, damit sie gerne wiederkommen.
Trotzdem möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich etwas Positives hervorheben.
Die Serverleitung wusste sicherlich selbst, dass SA:MP heute nicht mehr den Stellenwert hat, den es früher einmal hatte. Trotzdem habt ihr euch hingesetzt und Nova Legacy auf die Beine gestellt.
Dafür gebührt euch definitiv Anerkennung.
Besonders möchten wir uns bei Hartzer und BadMVP bedanken.
Gerade zu Beginn wurden teilweise täglich Updates veröffentlicht, später weiterhin regelmäßig wöchentlich. Über die Sommerzeit hinweg so konsequent an einem SA:MP Projekt zu arbeiten und seine Freizeit dafür zu investieren, ist eine Leistung, die man anerkennen sollte.
Das möchte ich bei aller Kritik ausdrücklich festhalten.
Priorisierung der Entwicklung
Nichtsdestotrotz wurden meiner Meinung nach teilweise Dinge priorisiert, die zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt die höchste Priorität hätten haben müssen.
Natürlich weiß ich selbst, dass Entwicklung nicht bedeutet, dass jeder Vorschlag innerhalb eines Tages umgesetzt werden kann.
Manche Sachen sind vielleicht innerhalb von zehn Minuten erledigt, andere benötigen mehrere Tage oder Wochen. Teilweise muss überhaupt erst ein vernünftiges Konzept ausgearbeitet werden, bevor eine einzige Zeile Code geschrieben werden kann.
Ich kenne das selbst. Ich habe ebenfalls entwickelt, an einem Server mitgewirkt beziehungsweise einen Server geleitet und Konzepte geschrieben.
Mir ist also durchaus bewusst, dass hinter vermeintlich kleinen Funktionen teilweise deutlich mehr Arbeit steckt, als ein Spieler von außen sieht.
Trotzdem entstand zunehmend der Eindruck, dass sich ein sehr großer Teil der Entwicklung auf die Gangs und das dazugehörige System konzentriert hat, während andere Bereiche deutlich weniger Aufmerksamkeit erhalten haben.
Insbesondere das Fire Department und das zivile Leben wurden meiner Meinung nach vernachlässigt.
Das Fire Department
Ich war seit Serverstart im Fire Department und habe bereits ungefähr zwei Wochen danach gemeinsam mit Niklas die Leitung übernommen.
Dadurch habe ich ziemlich direkt mitbekommen, wie sich die Motivation unserer Member entwickelt hat.
Und ein Problem kam immer wieder:
Langeweile.
Wir hatten Brände, die teilweise verbuggt waren – was natürlich passieren kann und ausdrücklich kein persönlicher Vorwurf sein soll –, umgestürzte Bäume und Ölflecken.
Und irgendwann hatte man eben alles mehrfach gesehen.
Natürlich kann und muss eine Fraktionsleitung selbst für Unterhaltung sorgen und eigene Ideen einbringen.
Aber irgendwann stößt man an Grenzen, wenn die grundlegenden Möglichkeiten fehlen.
Viele unserer Mitglieder waren ganz bewusst im Fire Department, weil sie keine Lust darauf hatten, dass sich ein großer Teil ihres Spielalltags um Deathmatch dreht.
Ich selbst übrigens genauso.
Neue Einsatzarten, Verkehrsunfälle, technische Hilfeleistungen, medizinische Einsätze, größere Schadenslagen oder Situationen, bei denen mehrere Fraktionen zusammenarbeiten müssen, hätten beispielsweise einiges an Abwechslung schaffen können.
Es muss nicht immer ein riesiges neues System sein.
Manchmal reichen bereits kleinere Neuerungen, damit sich der nächste Abend nicht genauso anfühlt wie der vorherige.
Zu wenig Alternativen außerhalb von Deathmatch
Aktuell gibt es mit dem Police Department, der U.S. Army und dem Fire Department lediglich drei staatliche Fraktionen.
Der restliche Fraktionsbereich besteht im Grunde aus Gangs.
Und genau hier sehe ich eines der größten Probleme des Servers.
Wer keine Lust auf Deathmatch hat, hat nur sehr wenige wirkliche Alternativen.
Denn Deathmatch spielt sowohl bei den Gangs als auch beim Police Department und bei der U.S. Army eine große Rolle.
Damit bleibt für Spieler, die bewusst etwas anderes machen möchten, im Grunde fast nur das Fire Department – und selbst dort waren die Möglichkeiten bisher sehr begrenzt.
Gerade deshalb hätte es meiner Meinung nach mehr zivile oder anderweitige Fraktionen geben müssen.
Warum gab es beispielsweise keine News-Redaktion?
Eine solche Fraktion hätte Events veranstalten, Interviews führen, Umfragen durchführen und sowohl mit Zivilisten als auch mit dem PD, der U.S. Army, dem Fire Department und den Gangs interagieren können.
Sie hätte automatisch mehr Leben auf den Server gebracht, ohne dass sich dabei wieder alles ums Schießen drehen muss.
Man hätte öffentliche Veranstaltungen organisieren können, Berichte über aktuelle Geschehnisse veröffentlichen können, Interviews mit Fraktionsleitungen führen oder Spieler bei Events zusammenbringen können.
Und das ist nur ein Beispiel.
Stattdessen entstand für mich zunehmend der Eindruck, dass Nova Legacy im Fraktionsbereich im Wesentlichen bedeutet:
Staatsfraktion oder Gang.
Und wenn man zusätzlich bedenkt, dass beim PD, bei der U.S. Army und natürlich bei den Gangs Deathmatch einen großen Teil ausmacht, bleibt für Spieler mit anderen Interessen einfach nicht besonders viel übrig.
Für einen Reallife-Server ist das meiner Meinung nach deutlich zu einseitig.
Der Releasezeitpunkt
Ein weiteres Thema ist für mich der Zeitpunkt des Releases.
Ich frage mich bis heute:
Warum musste der Server bereits zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden?
Wäre es nicht sinnvoller gewesen, noch etwas länger zu entwickeln, mehr Inhalte zu schaffen und Nova Legacy beispielsweise gegen Ende der Sommerferien beziehungsweise gegen Ende der Sommerzeit zu veröffentlichen?
Ich kann durchaus verstehen, warum man irgendwann releasen möchte.
Wenn man monatelang an einem Projekt arbeitet, nächtelang programmiert, Konzepte schreibt, diskutiert und brainstormt, möchte man irgendwann sehen, dass tatsächlich Spieler darauf spielen.
Das ist vollkommen nachvollziehbar.
Trotzdem glaube ich rückblickend, dass der Zeitpunkt nicht optimal gewählt war.
Der Server hatte eine gute Grundlage und war spielbar.
Aber meiner Meinung nach fehlte zu diesem Zeitpunkt noch die langfristige Abwechslung.
Der anfängliche Hype hat vieles aufgefangen.
Solange viele Spieler gleichzeitig online sind und alles neu ist, entsteht automatisch Unterhaltung.
Das Problem kommt erst danach.
Wenn der Hype weg ist, zeigt sich, ob ein Server genug Inhalt besitzt, damit Spieler trotzdem regelmäßig wiederkommen.
Und genau an diesem Punkt ist Nova Legacy meiner Meinung nach ins Straucheln geraten.
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Umgang mit Kritik und Spielern
Damit kommen wir zu einem Thema, das sicherlich etwas unangenehmer ist.
Der Umgang zwischen Spielern und Teilen des Teams.
Mir ist über die Zeit aufgefallen, dass Spieler, die vieles positiv darstellen, wenig hinterfragen und selten widersprechen, teilweise angenehmer behandelt werden als diejenigen, die regelmäßig Kritik äußern.
Und genau das finde ich sehr schade.
Damit wir uns nicht falsch verstehen:
Wir Staßfurt Pahans haben uns definitiv nicht immer korrekt verhalten.
Wir haben provoziert.
Wir sind teilweise über das Ziel hinausgeschossen.
Wir haben Aussagen gebracht, die unnötig waren.
Das können und müssen wir auch selbst zugeben.
Aber vielleicht sollte man sich trotzdem einmal die Frage stellen, wie es überhaupt dazu gekommen ist.
Denn wir waren nicht von Anfang an irgendwelche Spieler, die einfach nur Stress machen wollten.
Ganz im Gegenteil.
Viele von uns waren zum Start extrem aktiv.
Teilweise wurden innerhalb relativ kurzer Zeit ungefähr 200 Spielstunden gesammelt.
Das macht niemand, dem der Server vollkommen egal ist.
Wir hatten Bock auf Nova Legacy.
Wir haben gespielt.
Wir haben uns eingebracht.
Wir haben Vorschläge geschrieben.
Wir haben Konzepte bzw. Vorschläge ausgearbeitet.
Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie bestimmte Bereiche besser funktionieren könnten.
Und irgendwann bekommt man dann sinngemäß Dinge mit wie:
„Der schreibt zu viele Vorschläge.“
oder
„Der schreibt immer so lange Texte.“
Und da frage ich mich ganz ernsthaft:
Was erwartet man dann eigentlich von seinen Spielern?
Wenn jemand sich hinsetzt und ausführliche Vorschläge schreibt, dann macht er das normalerweise nicht, weil er den Server hasst.
Er macht es, weil ihm offensichtlich etwas am Projekt liegt.
Wenn dieses Engagement anschließend eher als nervig wahrgenommen oder sogar belächelt wird, entsteht irgendwann automatisch Frust.
Und genau daraus entwickelt sich dann irgendwann diese:
„Dann macht euren Scheiß halt alleine“-Mentalität.
Provokant formuliert?
Ja.
Aber genau so fühlt es sich irgendwann an.
Natürlich macht ihr Nova Legacy freiwillig.
Natürlich bekommt ihr dafür kein Gehalt/Geld.
Natürlich habt ihr genauso wie jeder andere ein Privatleben, Arbeit, Familie oder andere Verpflichtungen.
Das stellt niemand infrage.
Aber gleichzeitig entscheidet man sich mit einem öffentlichen Projekt auch bewusst dafür, eine Community aufzubauen.
Und damit trägt man automatisch ein Stück Verantwortung.
Ein Serverteam ohne Spieler bringt genauso wenig wie Spieler ohne Serverteam.
Beide Seiten brauchen sich gegenseitig.
Ohne Entwickler gibt es keinen Server.
Aber ohne Spieler gibt es eben auch kein Projekt.
Genau deshalb finde ich es problematisch, wenn kritische Spieler irgendwann nur noch als nervig oder störend wahrgenommen werden.
Nicht jede Kritik ist Hate.
Nicht jeder Spieler, der widerspricht, ist automatisch ein Problemspieler.
Und vor allem:
Nicht jeder, der alles schönredet, hilft einem Projekt weiter.
Manchmal sind gerade die Leute, die unangenehme Fragen stellen, Probleme benennen und lange Vorschläge schreiben, diejenigen, denen der Server tatsächlich etwas bedeutet.
Abschließend
Dieser Text soll keine reine Abrechnung mit Nova Legacy sein.
Wenn mir das Projekt komplett egal wäre, würde ich mir nicht die Mühe machen, diesen Text überhaupt zu schreiben.
Ich hätte einfach den Server verlassen und das Thema wäre erledigt gewesen.
Nova Legacy hat mir durchaus viele gute Momente gegeben.
Ich habe Menschen kennengelernt, hatte Spaß im Fire Department, konnte gemeinsam mit Niklas eine Fraktion leiten und habe insbesondere am Anfang wirklich gerne auf dem Server gespielt.
Genau deshalb finde ich es schade, wie sich das Ganze entwickelt hat.
Ich denke nach wie vor, dass Nova Legacy Potenzial hatte – und vielleicht auch noch immer hat.
Dafür müsste man meiner Meinung nach aber einige Dinge überdenken.
Mehr Abwechslung.
Mehr Möglichkeiten für Spieler, die nicht ständig Deathmatch spielen möchten.
Mehr Aufmerksamkeit für das Fire Department und das zivile Leben.
Mehr unterschiedliche Fraktionen und Beschäftigungsmöglichkeiten.
Und vor allem einen besseren Umgang mit Kritik von Spielern, die sich tatsächlich Gedanken über das Projekt machen.
Man muss meine Meinung nicht teilen.
Man muss auch nicht jeden Vorschlag von mir gut finden.
Und natürlich wird es Punkte in diesem Schreiben geben, bei denen die Serverleitung eine vollkommen andere Sichtweise hat.
Das ist auch völlig in Ordnung.
Aber vielleicht regt dieser Text zumindest dazu an, über den einen oder anderen Punkt nachzudenken.
Für mich persönlich war es das allerdings an dieser Stelle.
Ich habe lange genug darüber nachgedacht und werde Nova Legacy demnächst verlassen.
Nicht, weil ich das Projekt hasse.
Nicht, weil ich irgendeiner Person persönlich etwas Schlechtes wünsche.
Und auch nicht, weil ich die Arbeit hinter Nova Legacy nicht anerkennen würde.
Für mich ist schlicht der Punkt erreicht, an dem ich merke, dass meine Motivation nicht mehr vorhanden ist und ich meine Zeit lieber in andere Dinge investieren möchte.
Bevor ich gehe, wollte ich meine Sicht der Dinge aber wenigstens einmal vollständig und offen darlegen.
Vielleicht wird einiges davon angenommen.
Vielleicht wird einiges davon abgelehnt.
Vielleicht wird über manche Aussage gelacht.
Am Ende ist das dann eben so.
Ich möchte mich trotzdem bei allen bedanken, mit denen ich auf Nova Legacy eine gute Zeit hatte.
Bei den Spielern, mit denen man abends lachen konnte.
Bei meinen Membern beziehungsweise ehemaligen Membern im Fire Department.
Bei Niklas für die gemeinsame Leitung.
Bei Swiper für die Hilfe gerade zu meiner Anfangszeit auf SA:MP
Bei Hartzer und BadMVP für die vielen Stunden Entwicklungsarbeit.
Und auch bei den restlichen Teammitgliedern, die ihre Freizeit in das Projekt gesteckt haben.
Trotz aller Kritik wünsche ich Nova Legacy weiterhin alles Gute.
Vielleicht findet das Projekt noch einmal seinen Weg und bekommt neuen Schwung.
Vielleicht sieht man sich irgendwann noch einmal.
Von meiner Seite aus war es das.
Danke für die Zeit, die Gespräche, die Diskussionen und die vielen Stunden auf Nova Legacy.
Man sieht sich bekanntlich immer zweimal.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter / Leon
im Namen der Staßfurt Pahans
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