Das wohl beste Spiel aller Zeiten - Mount & Blade: Warband - Napoleonic Wars DLC

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So, bevor ich mit diesem Review beginne möchte ich erst einmal anmerken, dass alles, was ich zu diesem Spiel sage (Titel des Reviews etc.), meine Meinung ist. Jeder, der dieses Spiel bereits gespielt hat, kann seine eigene Meinung dazu bilden.


Fangen wir an:


Wofür spielen wir heute noch Multiplayer? Für den nächsten Level? Die nächste freischaltbare Waffe? Macht es mich glücklicher zu gewinnen, weil ich mit Juggernaut rumlaufe? Gar nicht die Dramatik der Situation erfassen mit einer Respawnzeit von zwei Sekunden? Nein.. wo ist unser Stolz geblieben? Wieso suchen wir nicht mehr die Herausforderung? Mann gegen Mann mit den gleichen Mitteln und nur einem Leben. Warum opfern wir uns nur noch für unsere Stats und die K/D Ratio und nicht mehr für den Freund neben uns? Warum hält niemand mehr die Fahne hoch für Teamspiel, Taktik, Ehre und Kameradschaft? Und doch schreibe ich diesen Beitrag, um euch zu zeigen, dass eine Scharr von Spielern sich diesen Kern des Multiplayers bewahrt hat.

Lernt aus ihm, dem Review/Gametest zu "Napoleonic Wars". Denn es gibt weit mehr da draußen, als Killstreaks und Co.


So, genug von der Moralkeule. Dieser Review/Gametest ist für all die gemacht, die Call of Duty und Co. nicht mehr sehen können. Denen das Waffenfreigeschalte als primärer Spielspaßfaktor nicht ausreicht und denen die kein Bock mehr auf Shooter haben, in denen jeder um jeden Preis nur Kills machen will und wenn er dabei hundert Mal drauf geht. Napoleonic Wars bietet genau das Gegenteil. Es gibt absolut nichts frei zu schalten. Es basiert zu 100% auf Skill und Teamplay und es lässt auch weitgehend weniger Lebensmüde spielen, als wenn ihr in CoD mit nem Second Chance Perk herum rennt. Aber worum geht's jetzt genau. Ich könnte euch jetzt einen ganzen Aufsatz schreiben, denn Napoleonic Wars spielt gänzlich anders, als jedes andere Multiplayer Spiel. Da ich aber um die Ungeduld der aktuellen Generation weiß, habe ich zwei kurze Videos für euch herausgesucht:



Ich hoffe diese paar Minuten konnten ohne große Erklärung ein Stück weit die Faszination von Napoleonic Wars widerspiegeln. Es gibt Schlachten bis zu 250 Spielern. Apropos Spieler: Ja, das waren keine Bots (hauptsächlich im Gameplay Video) sondern alle samt Spieler, die sich in Formation begeben, um nur auf Befehl schießen. Solch ein Gedanke dürfte den meisten Shooterspielern völlig unbekannt sein, was auch nicht verwunderlich ist. Abseits von Mount&Blade gibt es ja praktisch kein Action Spiel in dem in Formation gekämpft wird. Mount&Blade? Ja, richtig. Napoleonic Wars ist ein DLC für das meiner Meinung nach das beste Videospiel aller Zeiten Mount&Blade: Warband. Von meinen aktuell 2130 Stunden Spielzeit habe ich bestimmt knapp 1700 in dem DLC verbracht, der am 19. April 2012 für 10€ unter anderem bei Steam erschien ist und ich habe keine Minute bereut. Nur finde ich alles an diesem Spiel so unglaublich geil, dass ich leider gar nicht weiß, wo ich anfangen und wie tief meine Erläuterungen gehen sollen. Ich glaube, dass das in einem Post sowieso nicht alles untergebracht werden kann, weshalb ich nun mal gnadenlos den Spielinhalt runter beten werde.


Das Kampfsystem ist identisch mit dem aus Mount&Blade, sprich im Nahkampf schlägt man von verschiedenen Richtungen auf den Gegner ein und kann eben auch in verschiedene Richtungen blocken. Dieses Kampfsystem würde jedes MMO so unglaublich bereichern, aber es ist vermutlich einfach zu skilllastig für den Massenmarkt. Der Fernkampf dagegen ist wirklich für jeden zu begreifen. Man zielt, drückt ab, lädt nach und gut is. Anders als in anderen Shootern kann man aber nur während man stillt steht nachladen und muss das sogar zehn Sekunden lang tun. Eine Zeit in der man absolut wehrlos ist. Zum Beispiel für Kavallerie Angriffe. Der Kampf zu Pferde war ja schon immer eine der unumschrittenden Stärken von Mount&Blade und das ist hier nicht anders. Nachteil: Vom Pferderücken schießt es sich ziemlich schlecht. Zu guter Letzt gibt es noch die Kanonen, die sich sehr kompliziert mit verschiedenen Munitionsarten nachladen lassen. Wer eine Kanone effektiv bedienen will braucht tatsächlich drei Mann dafür: einer der die Kugel in den Lauf steckt, einen weiteren der sie mit einem Ladestock fest stößt und die Kanone nach vorne rollt und einen dritten sie zielt und die Lunte anzündet. Lunten zünden können auch die Pioniere, in dem sie kleine Sprengfallen auf dem Schlachtfeld platzieren und die zerstörbare Umgebung zerbretzeln. Sie können allerdings auch Deckung mit Sandsäcken oder Zäunen errichten. Wer kulturell veranlagt ist kann auch als Musiker das Schlachtfeld bereichern. Das macht das Ganze nicht nur viel atmosphärischer, sondern bringt den Spielern in der Nähe auch Boni im Kampf, genau wie Offiziere und Flaggenträger.


Kämpfen tut man dabei auf Seiten der Franzosen, Preußen, Österreicher, Russen, Briten und dem Rheinbund, deren einzelne Regimenter alle samt mit historisch korrekten und sehr schmucken Uniformen ausgestattet werden. Spielmodi gibt es auch einige. Natürlich Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture The Flag, aber auch den Battlefield ähnlichen Conquest Modus und den Battle Modus, letzterer ist eine Art Last Man Standing Modus, bei dem jeder nur ein Leben hat. Komplett neu ist der Commander Modus, in dem jeder Spieler ein Regiment von Bots anführt und so schon mit ein duzent Spielern eine epische Schlacht stattfinden kann. Ich war schon auf Servern unterwegs, auf denen insgesamt rund 700 Bots mitgekämpft haben und es war immer noch Spielbar. Mehr Schlachtengefühl geht da einfach gar nicht.


Dann noch kurz die Technik, die ist nicht sonderlich doll, klar, aber für Mount&Blade Verhältnisse wurde die Graphik noch einmal ein gutes Stück verbessert. Wenn da der sehr echt wirkende Pulverdampf übers Schlachtfeld wabert und die Soldaten an ihren sehr detaillierten Uniformen in Hundertschaften aufmarschieren ist das sogar graphisch sehr beeindruckend. Dazu noch ein sehr ungewöhnlicher Soundtrack, der ausschließlich aus klassischen Stücken besteht und so auch sehr stark zur Atmosphäre beiträgt, wenn das auch bedeuten kann, dass man zu Felix Mendelssohn's "Hochzeitsmarsch" in die Schlacht zieht.


Man muss aber ehrlich zugeben, dass man eine sehr potente Rechnermaschine braucht, um 200 Mann oder sogar 700 Bots flüssig zum laufen zu bekommen und ab so 200 Mann stellt sich auch Lag auf den meisten Server ein, wodurch viele Nahkämpfe dann einfach nur noch schwer spielbar sind bzw. einfach viel mit Glück zu tun haben.


Nun aber zurück zum Kern des Spiels, zu den Formationen: Zu Zeiten der Musketen versuchte man deren Ungenauigkeit einfach durch Masse auszugleichen. Wenn eine Muskete ihr Ziel nur schwer treffen kann, erhöht sich die Trefferwahrscheinlichkeit doch sicher um ein vielfaches, wenn man einfach hunderte Muskete gleichzeitig auf das Ziel schießen lässt. Der Linienkampf ist geboren. Denn bei Napoleonic Wars rennt man nicht als Einzelgänger herum, sondern in Regimentern. Die Spieler formieren sich in Formation und schießen auf Kommando. Das hat zwei praktische Gründe: Wenn um dich herum 30 Musketenkugeln auf einmal einschlagen, dann hast du auf einmal einen viel besseren Grund das Weite zu suchen, als wenn ab und zu mal eine Kugel an dir vorbei pfeift. Der andere Grund ist der, dass die Musketen so viel Pulverdampf erzeugen, dass man nach einer Salve schlichtweg nichts mehr sieht und dementsprechend nicht mehr auf den Gegner zielen kann.

Jetzt mag man natürlich denken, dass so ein Haufen Spielern in einer Linie aufgestellt besser trifft, aber auch viel besser getroffen wird. Ist man dann nicht besser dran, wenn man dann einfach alleine hinter einem Baum steht und aus Deckung heraus auf das Regiment ballert? Ja, durchaus, aber du wirst dein Regiment vermissen, wenn Kavallerie dich einsames Beutetier einfach nieder reitet, während sie ein gut aufgestelltes Infanterie Karree tunlichst ignorieren sollte. Zumindest solange bis dieses Karree, die Ängste aller Formationen, von der Artillerie auseinander genommen wird.


Dir raucht jetzt schon der Kopf? Keine Sorge, es ist wahrlich nicht dein Job dir über sowas Gedanken zu machen. Jedes Regiment hat nämlich Offiziere, die erkennen müssen, wann ein Rückzug angebracht ist und wann der Zeitpunkt gekommen ist, den Sieg im Nahkampf zu suchen. Ein normaler Soldat hat da stur zu Folgen.


Als nächstes kommen wir zu einem wichtigen Standbein von Napoleonic Wars: der Community. Diese hat sich anfänglich von der Mod "Mount&Musket" rekrutiert, die auch von den gleichen Entwicklern stammt, wie Napoleonic Wars. Die Community hat sich zum größten Teil in Regimentern bzw. Clans organisiert, die immer wieder an so genannten "Linebattles" oder "Groupfighting Matches" gegeneinander antreten. Hier trifft man tatsächlich nur auf formierte und gedrillte Truppen. Die Offiziere geben einem sogar vor, wo man hinzuschauen hat (dies wird allerdings nicht zu streng genommen). Ruft der Offizier "Left-Face (Links um)", dann habt ihr euch 90 Grad nach links zu drehen. Ruft dieser "About face (Kehrt um)", dann habt ihr euch um 180 Grad zu drehen. Beim Feuerkommando gibt es da nicht nur ein einfaches "Fire (Feuer)", sondern auch riffle fire, volley fire, cross fire, platoon fire, fire at will und so weiter. Formationen? Kein Problem. Collum, double ranks, square, centred line, skirmish formation und bla bla bla. Könnt ihr euch nicht merken? Müsst ihr auch nicht. Dazu werdet ihr ausgebildet. Alle Regimenter veranstalten 1x bis 2x pro Woche richtige Trainingseinheiten, wo genau solche Dinge gelernt werden. Neben Nahkampfübungen, Fernkampftraining und vor allem Kameradschaft. Jeder Spieler in Napoleonic Wars ist stolzer Anhänger seines Regiments. Jedes Regiment hat einen Ruf zu verteidigen. Ein Regiment, welches die ganze Zeit ohne Formation rum läuft oder ohne Befehl schießt hat nicht nur bald seinen Ruf weg, sondern wird auch nicht zu vielen Events einfach nicht mehr eingeladen. Gute Regimenter dagegen haben den Ruf harte Hunde zu sein. Gegen die 15th Yorkshire will kein Mann bei klaren Verstand in den Nahkampf ziehen, während die Kings German Legion für ihre hohe Disziplin und ihr Ehrgefühl bekannt ist. Hier wird z.B. nicht während des Nahkampfs geschossen, weil man seinen Gegner ja nicht dadurch seinen Respekt erweist mit einer Pistole zu einer Messerstecherei zu kommen. Höchstes Symbol der Ehre in einem Regiment ist natürlich sein Banner. Jede Einheit hat einen Flaggenträger dabei. Stirbt der, muss umgehend jemand anderes die Flagge wieder aufheben. Selbst, wenn ihr im Nahkampf mit fünf Gegner seid. Wenn die Flagge auf dem Boden liegt, dann habt ihr euch umgehend dort hin zu begeben und die Fahne hoch zu halten, auch wenn das euren sicheren Tod bedeutet. Denn nichts ist demütigender als das eigene Banner zu sehen, wie es vom Feind geschwungen wird. Umgekehrt gibt es natürlich auch nichts schöneres als eine feindliche Flagge zu erobern.


Ihr habt es geschafft, wir sind jetzt beim Fazit und wahrscheinlich denken immer noch 90% "WTF war das denn?". Kann ich gut verstehen, aber ich hoffe einfach inständig, dass die anderen 10% sagen: "Alter, ich glaub das ist was für mich, vielleicht probier ich es mal aus" und dann verspreche ich euch, dann werdet ihr eine der außergewöhnlichsten Multiplayererfahrungen machen, die ihr je gemacht habt. Das wird sein, wie als wenn ihr das erste mal Portal spielt. Da werden ganz neue Regionen in eurem Gehirn aktiviert oder viel mehr in euren Herzen in diesem Fall. Man verlangt aber auch einiges von euch. Ihr müsst diszipliniert sein, ihr müsst die Befehle eures Commander's befolgen, ihr könnt nicht einfach rumrennen und ballern, wie ihr das sonst macht. Nein, ihr müsst wirklich im Team spielen und sonst wirds nicht funktionieren. Gleichzeitig müsst ihr auch Geduld haben. Wenn ihr tot seid, dann seid ihr in den meisten Modi tot, d.h. ihr müsst dann halt auch mal fünf Minuten warten und könnt nichts machen. Gleichzeitig ist es aber auch in vielen Regimentern so, dass man während eines Linebattles so, dass man nur mit Erlaubnis sprechen darf, da sonst die Befehle des Offizier's zum Teil nicht gehört werden könnten, wobei dies über die Jahre bei weitem entspannter geworden ist. Man muss halt einfach sein Zockerdenken ein Stück weit verändern. Das ist am Anfang wirklich ungewohnt, aber es belohnt euch einfach mit einem Multiplayer Teamspiel, was ihr nirgendwo ansatzweise so gesehen habt und mit einer Kameradschaft untereinander, wo euch wirklich das Banner eures Regiments was bedeutet, wo ihr euch wirklich darauf bedacht seid euer Regiment einen guten Ruf zu geben, dass ihr ehrenhaft kämpft, dass ihr euch an die Regeln haltet, dass ihr ne Flagge erobert und natürlich, das ist einfach ein unglaublich erhebendes Gefühl, was ein Battlefield mit einem neuen Rang oder Call of Duty mit dem nächsten Prestige einfach überhaupt nicht erfüllen kann, denn das sind nur zahlen. Aber in einem Regiment hat ein Rang was zu bedeuten und das ist einfach der große Unterschied und das ist mir zehn mal lieber, als das ich 50.000 Waffen freischalten kann. Lieber will ich was mit Ehre gewinnen, mit Stolz, woran man sich erinnern kann. Wenn ihr kein Bock habt auf Regimenter, dann könnt ihr natürlich auch Public spielen, das macht auch recht viel Spaß, auch weil einfach das Kampfsystem super viel Fun bietet, weil es auch einfach sehr skilllastig ist und ihr auch merkt, wie ihr bessert werdet. Die volle Vielfalt des Spiels jedoch lernt ihr nur in Regimentern kennen.


Bevor ich diesen Beitrag beende, würde ich noch gerne etwas Videomaterial zur Verfügung stellen:





Ich bedanke mich sehr für's lesen und ich hoffe natürlich, dass ich die ein oder andere Person zum Spielen anregen konnte.

Kommentare 2

  • Nett hier, aber haben sie schon einmal Battlefield 5 gespielt?

    • Leider nicht der Herr, aber Sie können es mir gerne kaufen!